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August 2009

Sedus bezieht neues Forschungs- und Entwicklungszentrum

Nach rund dreizehn Monaten Bauzeit konnte das neue Sedus Entwicklungszentrum am Standort Dogern (bei Waldshut am Hochrhein) Ende Juni von seinen Nutzern bezogen werden. Die gesamte Entwicklungsabteilung, sowie der Einkauf arbeiten nun in den neuen Räumen, die eine optimal vernetzte Zusammenarbeit möglich machen sollen. Endlich sind nun auch die gesamten Entwicklungsprozesse in die Nähe der Fertigung angesiedelt und kurze Wege machen in Zukunft vieles einfacher.

Der introvertiert wirkende Bau ist nach außen hin nicht spektakulär. Nein – er will es auch nicht sein, denn hier spielen sich wesentliche und auch geheime Kernprozesse des Unternehmens ab. Hier findet die strategische Produktentwicklung statt, durch die die Marktposition von Sedus auch weiterhin stark mitbestimmt wird.

Unter Berücksichtigung der Blick- und Wegeachsen auf dem Gelände schufen die Berliner Architekten Ludloff + Ludloff einen Bau, der eher einem Kristall gleicht. Der Bau – unten aus Beton und Obergeschoss und Dach aus Holz – wurde zwecks Abdichtung mit einer Unterspannbahn, einem „Unterkleid“ überzogen. Als Witterungs- und Sichtschutz  wurde eine textile Außenfassade aus Glasfasergewebe montiert, die dem Gebäude eine diffuse und immateriale Wirkung verleiht.

Beim Betreten des Gebäudes kommt man in „eine realere“, konkrete Welt mit klaren Linien. Um den Werkstattcharakter des Baus beizubehalten, wird gerade im Empfangsbereich das Treppenhaus in Rohbeton belassen bleiben. Dies gilt für Decke, Fußboden, Treppe. Die Wände im Treppenaufgang sind aus Ortbeton und wurden einer „Scharierung“ unterzogen. Das bedeutet, die konglomeratartige Oberfläche wurde durch Oberflächenbearbeitung erzielt.

Unten im Eingangsbereich entscheidet man, ob man in die Werkstätten des Erdgeschosses möchte, oder ob man hinauf in die Etage der Konstrukteure und Designer geht. Im Obergeschoss, wo Entwicklungsleitung, Designer, Konstrukteure und Einkauf arbeiten, entsteht durch ein durchlaufendes Fensterfries eine schwebende Raumwirkung. Die durchgängigen Bodenflächen mit einem roten Kautschukbelag bilden das Plateau, über dem dann der „Baldachin“ schwebt, eine Dachkonstruktion mit einem gefalteten Satteldach und unterschiedlichen Traufhöhen.

Eine kleine Stahl-Wendeltreppe führt in einem separaten durchgängigen Treppenhaus hinauf in eine Denkerzelle, die ganz in Hellblau gehalten ist. Hier im Zenit des Gebäudes, wird das durch das Dach einfallende Tageslicht durch textil verblendete Milchglasscheiben indirekt in den Projektraum nach unten geleitet.

Im Erdgeschoss befinden sich alle Werkstätten aus den Bereichen Modellbau, Polsterei und Metallverarbeitung, die jeweils von Meistern ihres Faches geführt werden und wo bis zur Serienreife neuer Produkte alle Prototypen gefertigt werden.

Farben wurden im gesamten Gebäude nur sehr dezent und akzentuiert eingesetzt. Neben der hellblauen Decke im Obergeschoss, dem roten Fußboden und kräftigen Violettönen im Treppenhaus der Wendeltreppe sind nur in den Sanitärbereichen kräftige Farben im Kontrast Knallgelb und Dunkelbraun vorzufinden. Die generelle Zurückhaltung in der Farbe und die insgesamt reduzierte sachliche Atmosphäre kommt nicht von ungefähr: Sie lenkt nicht ab und belässt den dort arbeitenden Kollegen auch im visuell optischen Bereich genügend Freiraum für die neuen Entwicklung der zukünftigen Sedus Produkte und das damit verbundene kreative Chaos.

Sedus Stoll AG, Forschungs- und Entwicklungszentrum,
Gewerbestraße 2, 79804 Dogern, Deutschland
Telefon +49 (77 51) 84-269, Telefax +49 (77 51) 84-360